Art of Hosting im Bildungsbereich

Seit Anfang März gibt es einen Austausch in der AoH-Mailingliste zum Thema Art of Hosting in Higher Education, in dem ein reger Austausch stattfand und aus dem heraus sich eine Online-Treffen ergeben hat. Es ging darum, wo Art of Hosting in der Hochschulbildung eingesetzt wird und ob man nicht ein Curriculum dazu entwickeln könnte. Da wir ja im Mai in München auch ein AoH-Training mit dem Thema „Wie gestalten wir co-kreatives Lernen für wirksames Handeln?“ veranstalten und auch darüber hinausgehend Kontakt zu Hochschulen haben, die Interesse an AoH zeigen, interessiert mich das Thema natürlich brennend.

Ich wollte diese Woche einen Artikel zu AoH und Bildung schreiben und dabei einen Überblick geben, was wo passiert und stattfindet. Aber ich muss gestehen, dass ich von der Masse der Informationen einfach überwältigt bin und noch einige Zeit brauche, um alles zu lesen, zu recherchieren und zu verarbeiten. Daher hab ich mich entschieden, für heute mal einen Einstieg zu wagen. Auch in dem Wissen, dass es weder umfassend noch konsolidiert ist, sondern einfach nur ein Flashlight auf das Thema. Es werden sicher noch mehr Artikel folgen.

In dem Mailaustausch wurde gefragt, wo es denn Erfahrungen mit AoH und Higher Education gibt. Es haben sich eine Menge Leute gemeldet, vor allem aus den USA, die AoH im Hochschulbereich einsetzen. Es gibt aber auch Beispiele unter anderem aus Brasilien, den Niederlanden und Deutschland. Die beiden (für mich) bekanntesten Beispiele sind zum einen das Master-Programm der BTH (Blekinge Institue of Technology) Universität in Karlskrona, Schweden, und das AoH-Training in Litauen.

Karlskrona

In Karlskrona fand dieses Jahr im März im Rahmen des 10-monatigen Masterstudiengangs in Strategic Leadership towards Sustainability (MSLS) in Kooperation mit der AoH-Community zum sechsten Mal ein 3-tägiges Training statt. Es gibt interessante Videos des Trainings zu sehen und es existiert eine eigene Facebook-Seite. Dort wird AoH genutzt, um die Studenten auf künftige Leadership-Aufgaben vorzubereitet: „Gespräche, partizipative Führung und lernen, wie man in fortdauernder Emergenz arbeitet, sind Wege in ein kluges Handeln.“

Litauen

Im 5-tägigen Training in Litauen geht es darum, Stakeholder, die sich für die Zukunft der Bildung interessieren, zusammen zu holen. Es sollen die Beziehungen zwischen den Stakeholdern der Bildung vertieft und die Netzwerke befähigt werden, partizipative Methoden zu nutzen. Das Training findet im Oktober diesen Jahres zum zweiten Mal statt. Auch hier gibt es eine ganz Reihe von Videos.

Für den deutschsprachigen Raum wurde zwar Berlin genannt, aber ich konnte bisher nicht rausfinden, was es damit auf sich hat. Weiß denn jemand, wo es noch Trainings oder Initiativen gibt, die sich mit dem Thema AoH in der Bildung beschäftigen?

München

Das AoH-Training in München im Mai geht von der Annahme aus, dass dass Co-Kreativität, Kooperation vielfältiger Talente und lebenslanges Lernen eine zentrale Rolle bei den Lösungen der immer komplexer werdenden Probleme in vielen Bereichen spielen. Mit den partizipativen Methoden des Art of Hosting im Blickfeld wollen wir uns unter anderem diesen Fragen widmen:

  • Was braucht es für interaktiven Austausch und partizipative Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen?
  • Welche Rolle spielen zwischenmenschliche Beziehungen und persönliche Erfahrungen im Lernprozess?
  • Wie gestalten wir Räume für informelles Lernen in festen Strukturen (Firmen, Organisationen, Hochschulen, etc.)?
  • Welche sozialen Innovationen braucht wir im Bildungsbereich?

Ich freue mich, wenn sich daraus mehr ergibt und die Themen Partizipation und Co-Kreation mehr Einzug in den Bildungsbereich finden. Ich freue mich auch auf Rückmeldungen, Meinungen und Hinweise in diese Richtung.

Lasst uns gemeinsam Räume für gute Gespräche schaffen,

Thomas

Hier der Link zur Mail-Diskussion!

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