Nach dem Münchner Art of Hosting Training….

Vorige Woche hatten wir ein Drei-Tages-Training zu Art of Hosting in München. Es war für mich eine wunderbare Erfahrung, dass wir 38 Menschen in München zusammen bringen konnten und mit Ihnen gemeinsam in die Art of Hosting-Welt eintauchen konnten. Wir hatten zu dem Thema: „Wie gestalten wir co-kreatives Lernen für wirksames Handeln eingeladen?“ Für unser Training kamen die Hosts aus mehreren Ländern: Ria Baeck (B), Martin Büchele (B/A), Michael Lederer (A), Silvia Angel (D), Hanno Langfelder (D), Anja von Klitzing (D), Susanya Manz (D), Julia Maaru (D) und ich, Thomas Jäger (D). Ich bin immer noch ganz erfüllt von den vielen Eindrücken, der wunderbaren Energie und den tollen Gesprächen. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren ebenso sehr begeistert.

Die Vorbereitung eines Trainings

Unter anderem gab es Stimmen, die sagten: „Man hat gesehen, was für ein eingespieltes Hostingteam ihr seid!“ Diese Aussage fand ich besonders interessant, denn wer schon mal tiefer eingestiegen ist in Vorbereitung eines Trainings, der weiß, dass es einen Designtag, dem Tag vor dem Training, gibt. Wir haben uns (wie häufig bei solch verteilten Teams),  das erste Mal als Ganzes an diesem Designtag live getroffen. Vorab wird die Basis dafür gelegt, dass an diesem Designtag das Training entworfen werden und seine endgültige Form finden kann, mit der man dann die darauf folgenden drei Tage geht. Natürlich schafft man es nicht, an einem Tag alles genau vorzubereiten. Aber der Flow steht, die Day Hosts stehen (das sind diejenigen, die den Rahmen für den Tag halten) und es sind Verantwortlichkeiten für die einzelnen Elemente definiert. Oder die Day Hosts wissen, dass sie noch Verantwortliche finden müssen.

Der Designtag am Donnerstag war für uns also das erste Arbeitstreffen, wo wir physisch in einem Raum zusammen waren. Natürlich hatten wir uns vorher schon per Videokonferenzen abgesprochen und viele organisatorische Dinge besprochen. Es lag in den Händen des lokalen Teams, die organisatorischen Vorbereitungen größtenteils durchzuführen. Am Mittwoch Abend haben wir uns dann zu einem gemeinsamen Abendessen getroffen, um uns zu verbinden und den Teamgeist zu stärken. Und wie gesagt, ab Donnerstag ging es dann konkret mit Arbeiten los.

Ein AoH-Training hat seit Jahren ähnliche Elemente, eine ähnliche Struktur. Je nach Thema des Trainings und Zusammensetzung des Hostingteams unterscheiden sich aber die Schwerpunkte. So haben wir uns auch zuerst auf das Thema des Trainings eingestimmt und ein gemeinsames Verständnins geschaffen. Danach haben wir die Elemente gesammelt, die in unserem Training Platz finden sollen und haben mit diesen dann die drei Tage strukturiert.

Das Hostingteam

Es war für mich eine wunderbare Erfahrung, so elegant und reibungslos in einem Team zusammen zu arbeiten. Für mich waren es genau die richtigen Leute am richtigen Ort. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, vom Team gehalten zu werden und dass ich mich auf jeden verlassen kann. Eine einmalige Erfahrung!

Wir haben da wirklich ein sehr stimmiges Training hingebracht, die Menschen waren begeistert und viele Teilnehmer haben sich bedankt: Für das Training, für die Inspiration, für die Hoffnung, die wir wieder geweckt haben, „dass wir Menschen wunderbar konstruktiv miteinander kommunizieren können, in einer urteilsfreien, achtsamen, wertschöpfenden und kreativen Atmosphäre Prozesse gestalten, wenn uns der Raum dafür geschaffen wird bzw. wenn wir ihn selbst schaffen“. So eine Teilnehmerinnen-Stimme.

Wir haben als Team auch viel gelacht und es gab einige Momente, wo einzelne an ihre Grenzen gekommen sind. Ich sehe das als persönliche Groan Zone.  Mit Groan Zone oder zu deutsch „Knirschzone“ beschreiben wir im Art of Hosting die schwierige Phase, wo es eben knirscht und kracht und das Neue geboren wird, wenn Gruppen gemeinsam arbeiten. Sie wird zum Beispiel von Kathy Jourdain (englisch) beschrieben. Normalerweise gibt es in jedem Training im Hostingteam und auch im Training mit den Teilnehmern selbst diese Groan Zone. Was wir im Hostingteam festgestellt haben, ist, dass es eben keine Groan Zone gab. Weder im Team, noch im Training. Das war für uns alle sehr erstaunlich. Ich führe das auch darauf zurück, dass wir als Team wirklich als Einheit zusammen gearbeitet haben und es niemanden gab, der sich über die anderen gestellt hat oder sich mit anderen reiben musste.

ria_groanzone

 

Früchte des Trainings

Jetzt ist das Training gut eine Woche vorbei und ich komme auch langsam wieder in der Realität an. Kurz nach dem Training war ich körperlich zwar ziemlich k.o., aber geistig intensivst inspiriert. Jetzt ist es noch an uns, der lokalen Gruppe, sozusagen aufzuräumen. Rechnungen müssen geschrieben und bezahlt werden, Teilnehmerlisten erstellt, der Harvest des Trainings möchte organisiert werden und so weiter und so fort.

Das Schöne für mich ist, die unmittelbaren Früchte des Training zu sehen. Einige Leute sind mit einem Projekt weitergekommen und mit neuen Ideen oder Anregungen nach Hause gegangen. Der Wunsch nach einer lokalen Community hat sich bei mehreren gezeigt und es wird am 8. Juni ein erstes Treffen der AoH-München Community geben, wozu natürlich jede und jeder (ob in diesem oder einem anderen Training dabei) eingeladen ist. Und ganz persönlich hat es für mich auch einen Impact gehabt; ich bin in den Kreis der lokalen Stewards der weltweiten AoH-Community aufgenommen worden. Lokale Stewards sind solche, die sich um ein regionales Training oder eine lokale Community kümmern. Mir ist es persönlich auch ein Anliegen, AoH über München hinaus in Deutschland zu verbreiten und die Vernetzung der Community zu unterstützen.

Deswegen habe ich auch schon vor dem Training auf Ning und Facebook die Frage gestellt: „AoH Deutschland – wo bist Du?„. Auf der nationalen Ebene scheint es mir so, dass sich das Feld in Deutschland öffnet und eine Community entstehen könnte. Auch hier meine Frage: Wer ist in Deutschland mit AoH unterwegs und wer hat Verknüpfungen und wer sucht Verknüpfungen? SChreibt doch bitte hier im Kommentar oder auf der Ning-Plattform (Link oben).

Nach dem Training ist vor dem Training

Ein guter Anlass zum Verknüpfen ist auch das kommende AoH-Training in Frankfurt. Dort wird der dritte Tag ein Practitioner Day sein; d.h. jeder und jede, die an einem Training teilgenommen hat, kann sich für den dritten Tag anmelden und teilnehmen. Somit kann man (wieder) in die AoH-Praxis eintauchen und sich mit anderen vernetzen.

Und – last but not least – eine Idee für ein neues Training im Jahr 2016 steht im Raum. Ich würde dabei gerne den Fokus auf Organisationen und Leadership legen. Das ist mein persönlicher Call. Wer ist auch daran interessiert?

Noch ein letzter Hinweis für alle, die schon ein Training besucht haben: nutzt die Plattformen, die die Community zur Verfügung stellt. Werdet Mitglied der AoH-Gruppe auf Facebook; werdet Mitglied auf der AoH-Ning-Community-Plattform. Und:

Lasst uns gemeinsam Räume für gute Gespräche schaffen,

Thomas

Nochmal für alle in München und Umgebung: 8. Juni vormerken! Weitere Infos kommen. (Lass Dich auf die Mailingliste eintragen)

Click Here to Leave a Comment Below

%d Bloggern gefällt das: