Arbeiten auf „Augenhöhe“ und wie das konkret aussehen kann

An vielen Stellen in unserer Arbeitswelt, in Unternehmen und in Organisationen knirscht und knarrt es. Viele merken, dass sich etwas ändern muss. Unklar ist aber oft noch, wie das gehen kann. Einige gelungene Beispiele, bei denen das volle Potenzial der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihrer und der Zufriedenheit des Unternehmens genutzt wird, zeigt – neben dem Buch „Management Y“, das Thomas vorige Woche besprochen hat – der deutsche Dokumentarfilm „Augenhöhe“. Der Film ist Teil eines Projektes, das vor allem auch das Gespräch über neues Arbeiten in ganz unterschiedlichen Runden, Unternehmen und Vereinen deutschlandweit und darüber hinaus anstoßen möchte. Und hier kommt Art of Hosting ins Spiel.

Der Film

Die Idee hinter dem Film ist, Werte der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts nicht nur zu beschreiben, sondern in ihrer konkreten Umsetzung zu zeigen. Anfang des Jahres war in Hamburg Premiere. Und es war gleich eine doppelte Premiere: Für den Film und dass es ein gehostetes Gespräch danach gibt. Dabei geht es darum, was der Film bei den Zuschauern ausgelöst hat und wie die Besucherinnen und Besucher in ihrem Umfeld etwas verändern können.

„Hier kann man sich nicht hinter Hierarchien verstecken.“

Die anfängliche Idee war ein Drei-Minuten-Film  zum Arbeiten auf Augenhöhe. Sie wurde in einem Open Space von intrinsify.me aus der Frage geboren: „Was ist im 21. Jahrhundert anders, wie arbeiten wir miteinander?“ Die Annahme, dass man etwas auch filmen kann, wenn man es beobachten kann, bestätigt der Film. Die fünf Personen im Kernteam haben alle auch beruflich mit Wandel, Partizipation und Ausrichtung auf das Neue zu tun. Was sie im Film herausgearbeitet haben, dreht sich um Themen wie Freiheit, Empowerment von Mitarbeitern, Haltung und Vertrauen, Fairness, Solidarität und das Einbeziehen aller Stakeholder in Unternehmensentscheidungen.

„Die Arbeit muss sich in das Leben integrieren, das muss zusammen passen.“

Das Ergebnis ist ein buntes Potpourri an Einblicken in die neue Arbeitswelt, kurze Portraits von Menschen und Firmen, die „Entscheidendes anders machen“ und „manches besser“, wie Silke Luinstra vom Filmteam es ausdrückt. Der Eindruck, den der Film hinterlässt, ist: Es ist möglich, eine win-win-Situation zu etablieren, in der sich Menschen entfalten können und genau damit zum Wohl und Florieren des Unternehmens beitragen.

Finanziert wurde das Projekt durch Crowdfunding. Darüber wurde neben dem notwendigen Geld auch gleich eine starke Community aufgestellt. Ihre Resonanz und die Rückmeldungen haben von Anfang an etwas etabliert, das ebenso wichtiger Teil des Projekts ist: den Austausch und das Eintreten in ein Gespräch.

Der Film ist nur der halbe Abend, die andere Hälfte ist Hosting und Austausch

Neben dem Film ist der zweite, ebenso wichtige Teil des Projekts das Gespräch danach. Dafür möchten die etwas über 50 Minuten Stupser, Anregung und Inspiration sein. Gerade nach diesem Film ist die Lust, über die Inhalte zu sprechen, eigene Ideen weiter zu spinnen und sich mit anderen darüber auszutauschen wohl noch größer als nach anderen. Und  dies haben die Initiatoren gleich mitgeplant. Sie schlagen vor, nach der Filmvorführung in Unternehmen, Verbänden, Schulen, Hochschulen oder wo auch immer jeweils auch gleich ein gut gehostetes Gespräch anzubieten. Dafür gibt es auf der Website einen eigenen Veranstaltungsleitfaden, der explizit auf die Werkzeuge von Art of Hosting verweist.

Zeig den Film!

Der Wunsch hinter dem Film ist, dass sich daraus ein breit angelegtes Gespräch und mehr entwickeln. Damit das auch möglich ist, kann wirklich jeder und jede den Film zeigen. Er steht für nicht-kommerzielle Zwecke gratis zum Download zur Verfügung. Für kommerzielle Zwecke ist eine personengebundene Lizenz möglich.

Solltest du also Interesse daran haben, den Film mit anderen gemeinsam anzuschauen oder vielleicht selbst eine Veranstaltung zu organisieren, bist du hier richtig. Auf der Website findest du schon über 80 Termine in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Belgien bis zum Sommer. Weiteres Wachsen nicht ausgeschlossen ;-)

Premiere mit englischen Untertiteln

Dank Helen Titchen und Eike Brechlin wurde auch die erste Sprachbarriere genommen: Sie haben die Untertitel ins Englische übertragen. Diese Version wird ab kommendem Sonntag, den 8. März, auf Vimeo verfügbar sein.  Die erste „Augenhöhe“-Station im fremdsprachigen Ausland wird am 1. April Brüssel sein. Die Veranstaltung mit Film und anschließenden Gesprächen startet um 19.00 Uhr im Microsoft Executive Briefing Center. Hier geht es direkt zur Anmeldung. Ich bin dabei und freue mich sehr auf die Gespräche danach.

Lasst uns gemeinsam Räume für gute Gespräche schaffen,

Ilse

 

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