Über

Dr. Ilse Pogatschnigg

Mein Interesse an Politik, Staat und Zusammenleben hat mich zum Studium der Rechtswissenschaften gebracht, um danach als Innenpolitik-Journalistin und während meiner Promotion über die Parteien im Parlament festzustellen, dass die Praxis anders funktioniert. Einfach, weil überall Menschen am Werk sind. Als Mediatorin arbeite ich auf individueller Ebene darauf hin, die Bedürfnisse zu klären. Mit Art of Hosting bin ich auf den Schlüssel dafür gestoßen, wie wir die Qualität dieser Gespräche mit Einzelnen oder kleinen Gruppe auch in großen Teams und Gruppen von Menschen schaffen können. Deshalb fasziniert mich dieser Zugang so.

Wofür mein Herz schlägt

Und Art of Hosting bringt mich wieder zur Frage, die mich seit Jahrzehnten antreibt: Wie können wir gut zusammen leben? Wie können wir uns dafür adäquate Regeln erarbeiten? Wie können wir gemeinsam arbeiten und angedockt an unser innerstes wahres Wesen unseren Lebensraum zu gestalten? Diese Frage stellt sich für mich in Teams und Unternehmen, in der Politik und im Parlament, in Familien und Vereinen.

Raum halten

In meiner praktischen Arbeit über die Jahre hat sich gezeigt, dass mir ein Aspekt dieser Arbeit besonders liegt: Den Raum halten. Was  heißt das? Wir bauen neben dem sichtbaren auch einen unsichtbaren Raum, in dem die Gespräche stattfinden und die Teilnehmer sich wohlfühlen. Die Qualität dieses Containers bestimmt auch die Qualität der Gespräche und damit die Ergebnisse. Raumhalten ist unsichtbar. Raumhalten lässt die Teilnehmer sein, wie sie sind, damit sie gut beitragen können, lässt sie sicher fühlen und willkommen.

Als Mutter halte ich ich Raum für meine Tochter: Sie lernt und weiß, dass es sicher ist. Fehler sind Teil des Prozesses, ohne dass alles in Frage gestellt wird. Das Ergebnis ist nicht vorbestimmt. Genau wie als Mutter halte ich den Raum für meine Klienten: Mit offenem Herzen, ohne Vorurteile, Bewertung und Kontrolle sowie mit Unterstützung, wo diese notwendig ist. Das habe ich in Gruppen mit mehreren hundert Personen praktiziert.

Weil wir es uns anders nicht mehr leisten können

Ich bin überzeugt, dass wir in der immer komplexer werdenden Welt mit den vielen Umbrüchen und Fragestellungen das Wissen, die Weisheit und die Erfahrung von allen brauchen. Niemand kann mehr alleine überblicken und letztlich einordnen, niemand kann für sich alleine das notwendige Wissen und die Einsicht in Anspruch nehmen. Auch wenn diese Person an der Spitze steht. Gute Chefs oder Poltikerinnen sind so gut, wie das Team, das sie umgibt. Warum dann nicht gleich aus dem Vollen schöpfen?

Es ist unsere Lebenszeit, die wir in Meetings versitzen

In meinen diversen Jobs habe ich viel Zeit – Lebenszeit – in sinnlosen Meetings versessen oder habe mir egozentrische Vorträge angehört, in denen es wenig um die Sache an sich gegangen ist. Mittlerweile weiß ich, dass es auch anders geht: Partizipativ, mit weniger Ego, an Sinn und Zweck der Sache orientiert, effizienter, herzlicher und letztlich menschlicher.

Deshalb investiere ich Zeit und schreibe diesen Blog.